Wir lassen niemanden zurück! – Solidarität als Gebot der Stunde

arbeit plus – Soziale Unternehmen Tirol bekräftigt zum „Tag der Arbeitslosen“ am 30. April die Notwendigkeit der Unterstützung von langzeitarbeitslosen Menschen

Im März 2020 verzeichnete Tirol einen dramatischen Anstieg der als arbeitssuchend gemeldeten Menschen – mit einer Zahl von 43.077 Personen stellt dies einen Zuwachs von 174,2% dar. So deutlich wie nie zuvor wird angesichts dessen die Tatsache, wie schnell Erwerbsarbeitslosigkeit jede und jeden treffen kann. Die Konsequenzen von Arbeitslosigkeit sind erheblich, vor allem wenn sie lange andauert. Wie wichtig es ist, bezahlte Arbeit zu haben, war seit der Nachkriegszeit nicht mehr so eindrücklich zu spüren wie heute. Noch ist nicht absehbar, wie tief die kommende Rezession aufgrund der Corona Pandemie ausfallen und wie lange sie andauern wird. Klar ist allerdings, dass es zu einem massiven Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit kommen wird. 

Besonders betroffen: Ältere Menschen, Geringqualifizierte und prekär Beschäftigte

Besonders betroffen sind jene Menschen, die es bereits vor der Krise auf dem Arbeitsmarkt schwer hatten: Ältere Menschen, Menschen mit niedriger formaler Bildung, prekär Beschäftigte und Geringverdiener*innen. Erste Auswertungen der Universität Wien zeigen, dass vor allem diese Gruppen in der aktuellen Corona-Krise als erste von Kündigungen betroffen sind. Für diese Menschen gilt es gerade jetzt, ausreichend arbeitsmarktpolitische Angebote und Beratungen bereitzustellen, um das Risiko einer lang andauernden Arbeitslosigkeit zu verhindern. 

Neue Perspektiven schaffen, niemanden zurücklassen

8 Tiroler Sozialunternehmen bieten neue Perspektiven für Menschen mit Problemen bei der Arbeitssuche an und unterstützen sie durch Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung bei ihrem Wiedereintritt in das reguläre Erwerbsleben. Mit ihren rund 450 Arbeitsplätzen, sowie dem vielfältigen Angebot an Dienstleistungen zeigen die Betriebe auch in der momentanen Situation vor, wie wichtig es ist, niemanden zurückzulassen. Selbst unter erschwerten Bedingungen setzen sie ihre Arbeit fort. Sei es die Haus- und Gartenbetreuung, das Waschen von Sanitätsbekleidung, die Entleerung von Altkleidercontainern, das Herstellen von Plexiglasschutzsystemen oder die Sortierung auf den Recyclinghöfen – all dies verdeutlicht, dass sozialökonomische Betriebe jeden Tag zu ihrer Verantwortung stehen und einen systemrelevanten Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Solidarität als Gebot der Stunde

Besonders in der jetzigen Situation gilt Solidarität als Gebot der Stunde. Sich solidarisch zu zeigen, kann auf viele Arten gelebt werden. Für unsere sozialökonomischen Betriebe bedeutet es vor allem weiter zu arbeiten und ihr Bestes zu geben. Notwendig ist hierfür allerdings auch die Unterstützung jener Menschen, die die angebotenen Dienstleistungen in Anspruch nehmen und in den verschiedenen Geschäften durch ihren Einkauf ihren Beitrag leisten. Nur gemeinsam ist es heute und auch in Zukunft möglich, das soziale, ökonomische und ökologische Wirken der Unternehmen in erfolgreicher Weise fortzuführen.

Quelle Zahlen: AMS Österreich